Hochinduktive Magnetfeldtechnologie (HIMT / rPMS)

Hochintensive magnetische Therapie (HIMT), technisch als repetitive Peripheral Magnetic Stimulation (rPMS) bezeichnete Form der neuromuskulären Stimulation, arbeitet mit biphasisch gepulsten Magnetfeldern im Tesla-Bereich. Diese Feldstärken liegen um Größenordnungen über denen einfacher Alltagsmagnete und sind vergleichbar mit technischen Anwendungen, bei denen gezielt elektrische Ströme im Gewebe induziert werden.

Die Magnetimpulse sind biphasisch, das heißt, das Magnetfeld wechselt innerhalb eines Impulses seine Polarität. Der Impuls hat eine positive und eine negative Phase. Dadurch entstehen kurzzeitig wechselnde elektrische Ströme im Gewebe, die eine effektive und gleichzeitig kontrollierte Stimulation von Nerven- und Muskelstrukturen ermöglichen.

Das Magnetfeld durchdringt Kleidung, Haut, Fettgewebe und Knochen nahezu ungehindert und wirkt auch in tieferliegenden Strukturen. Bei entsprechender Intensität werden periphere Nerven depolarisiert, was zu sichtbaren Muskelkontraktionen führen kann. Dieser Effekt lässt sich unmittelbar beobachten und demonstrieren.

Über die Aktivierung sensorischer Nervenfasern wird die Schmerzverarbeitung moduliert, während die rhythmische Muskelaktivität die lokale Durchblutung, den Lymphabfluss und die Gewebeoxygenierung unterstützt.

Abzugrenzen ist HIMT von niederenergetischer PEMF-Therapie, die mit deutlich geringeren Feldstärken arbeitet und in der Regel nicht auf eine direkte neuromuskuläre Stimulation ausgelegt ist, sondern primär auf zelluläre Regulationsprozesse abzielt. Beide Verfahren unterscheiden sich damit in physikalischer Charakteristik und Wirkmechanismus.

Darstellung einer typischen Hands-off-Anwendung der hochinduktiven Magnetfeldtechnologie im klinischen Umfeld. Gezeigt wird die Positionierung des Magnetfeldapplikators über dem Behandlungsareal ohne Aussage zu Indikation, Wirkung oder Therapieergebnis.

Schematische Darstellung des Zusammenhangs zwischen Stimulationsintensität und resultierender Muskelkontraktionskraft. Bei niedriger Intensität treten einzelne Kontraktionen auf, bei höherer Intensität eine anhaltende Muskelaktivierung mit überlagerten Einzelimpulsen.
Darstellung einer Hands-on-Anwendung der hochinduktiven Magnetfeldtechnologie mit manuell geführtem Transducer. Gezeigt wird die gezielte Positionierung des Applikators durch den Anwender im klinischen Umfeld.
Die Abbildung dient der Veranschaulichung des Anwendungskonzepts und trifft keine Aussage zu Indikation, Wirkung oder Therapieergebnis.

Hochinduktive Magnetfeldtechnologie kann sowohl hands-off als auch hands-on angewendet werden.

Bei der hands-off-Anwendung erfolgt die Stimulation über einen positionierten Transducer ohne aktive Führung durch den Anwender. Dieses Anwendungskonzept eignet sich insbesondere für standardisierte, reproduzierbare Abläufe.

Die hands-on-Anwendung erfolgt über einen manuell geführten Transducer, der gezielt am Körper positioniert wird. Dadurch kann die Magnetfeldstimulation lokal begrenzt und punktuell eingesetzt werden. Beide Anwendungskonzepte basieren auf dem gleichen physikalischen Wirkprinzip, unterscheiden sich jedoch in der Art der Applikation und der Anwenderinteraktion.

Schematische Darstellung der beiden Applikationsformen der hochinduktiven Magnetfeldtechnologie.

Hands-on-Anwendung mit manuell geführtem Transducer zur gezielten lokalen Stimulation.
Hands-off-Anwendung mit fix positioniertem Transducer.