Radiale Stoßwellentherapie (rESWT)

Die radiale Stoßwellentherapie (rESWT) ist ein mechanisches Stimulationsverfahren, bei dem hochenergetische Druckwellen über einen Applikator in das Gewebe eingebracht werden. Die Stoßwellen breiten sich radial von der Applikationsstelle aus und übertragen ihre Energie vor allem auf oberflächennahe und mitteltiefe Strukturen wie Sehnen, Muskelansätze, Faszien und periostnahe Bereiche.

Die Stoßwellen werden außerhalb des Körpers erzeugt und über die Haut mechanisch in das Gewebe eingekoppelt. Charakteristisch ist der impulsartige Druckanstieg, gefolgt von einer raschen Druckentlastung. Dadurch entstehen mechanische Scher- und Dehnungskräfte, die lokal auf Zellen, extrazelluläre Matrix und mechanosensitive Strukturen wirken.

Im Gegensatz zu elektromagnetischen Verfahren erfolgt die Wirkung der radialen Stoßwelle nicht über elektrische Induktion, sondern über direkte mechanische Reize. Die Stimulation ist klar lokal begrenzt und gut dosierbar über Druck, Frequenz und Applikationsdauer.

Darstellung einer typischen Anwendung der radialen Stoßwellentherapie. Gezeigt wird die mechanische Energieübertragung über den Applikator auf oberflächennahe Strukturen ohne Aussage zu Indikation oder Wirkung.

Darstellung der lokalen Anwendung radialer Stoßwellen im klinischen Umfeld. Die Abbildung verdeutlicht die flächenhafte Ausbreitung der mechanischen Energie von der Applikationsstelle aus.

Schematische Darstellung der radialen Ausbreitung von Druckwellen im Gewebe mit abnehmender Energie in zunehmender Tiefe.